Aufgepasst! Die Ökologie der Aufmerksamkeit
Über den digitalen Fußabdruck, den Zusammenhang von IT-Nutzung und natürlichen Ressourcen wurde hier bereits mehrfach berichtet. Dabei ist die Nutzung dieser Ressourcen eng mit dem Kampf um eine weitere, wichtige Ressource des 21. Jahrhunderts verbunden: Unserer Aufmerksamkeit.
Um unsere Leser nicht zu lange um ihre kostbare Aufmerksamkeit zu bringen, schlaglichtartig ein paar weitere, zitierte Gedanken hierzu:
“Ständig online und immer erreichbar – das sind seit ein paar Jahren die Paradigmen der modernen Arbeitswelt. Doch langsam zeigen sich die Schattenseiten des beständigen Netzwerkens. Immer mehr Menschen leiden unter der wachsenden Belastung der beständigen Flut von Nachrichten und Anrufen.” (ORF: Die Aufmerksamkeitsökologie)
“I believe attention is the most powerful tool of the human spirit. We can enhance or augment our attention with practices like meditation and exercise, diffuse it with technologies like email and Blackberries, or alter it with pharmaceuticals. In the end, though, we are fully responsible for how we choose to use this extraordinary tool.” (Linda Stone)
“…Hierzu bedarf es ohne Zweifel weiterer Verstehensbemühungen darum, wie die Aufmerksamkeit in die Abläufe einer humanen und gerechten Gesellschaft eingebaut ist. Darüber hinaus kann es in diesem Diskurs um eine Ökologie der Aufmerksamkeit nicht darum gehen, vorschnell Normen, Werte, moralische Anklagen oder ethische Begründungsfiguren vorzulegen, sondern zunächst für die Sichtung eines schwierigen Geländes einen Diskursraum zu eröffnen, der Probleme und Konflikte einer entfesselten, Medien und Wirtschaft koppelnden Ökonomie der Aufmerksamkeit angemessen identifizieren und in den Blick nehmen lässt.” Thomas Günter: Umkämpfte Aufmerksamkeit

Meiner Meinung läuft alles auf Suffizienz hinaus – zu entscheiden, was wir wirklich brauchen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren ohne dabei auf die Errungenschaften unserer Zeit verzichten zu müssen. Eine vorbildliche Sammlung an Anregungen, Aufmerksamkeit besser zu verteilen täglich frisch auf zenhabits.net.
Ob wir dabei Aufmerksamkeit auch gerechter verteilen, bleibt die Frage, die noch zu klären bleibt. Und: Wo anfangen?
