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Bitte gib mir noch ein Wort: z.B. Permakultur?

“Nachhaltig” klingt ausgelatscht und missbraucht, auch “zukunftsfähig” irgendwie alt und “ökorrekt” (Utopia) kommt bei mir jedenfalls nicht so richtig an. Nun stand ich kurz davor eine neue catch-all phase zu droppen: Permakultur. Pop ist tot. Nachdem ich mir bereits wörtlich “alles mögliche” darunter vorgestellt habe, bemühte ich das sicherlich auch permakulturelle Lexikon Wikipedia:

Permakultur ist ein Oberbegriff für die Entwicklung und Anwendung von ethisch basierten Leitsätzen und Prinzipien zur Planung, Gestaltung und Erhaltung zukunftsfähiger Lebensräume. Schwerpunkte bilden dabei Nahrungsproduktion, Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer (Infra-)Strukturen. Grundgedanke ist ein Wirtschaften mit erneuerbaren Energien und naturnahen Stoffkreisläufen im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Nutzung aller Ressourcen.

Und alle machen mit: der von den Nachhalltextern neu entdeckte Lars Schmidt, Reto verschlagwortet schon seit Ende ’06 und im Berliner Plänterwald soll sogar eine Permakultur-Uni entstehen. Außerdem hat es irgendwas mit Design zu tun und ist total verheißungsvoll: Beispielweise wird mir in Aussicht gestellt, mit meinem (Ess-)Balkon grobgerechnet den gesamten Kiez mit Bio…, pardon, Permagemüse versorgen zu können. Ich darf es nur nicht als solches verkaufen, denn die Deutungsmacht ist bereits durch das Permakultur Institut gesichert, der Begriff akkreditierten “Permakultur Designern” vorbehalten. Und die sind, wie ich weiter lese “Neoschamanen”. Also anscheinend doch nichts für säkularisierte Menschen. Auch andere finden das alles etwas dubios. Die permanente Revolution scheint also bereits verkauft zu sein. Die weitere Verbreitung des Begriffs sollte von einem kritischen Diskurs über Ideologie, Mystizismus und Profitinteressen begleitet werden. Schade eigentlich. Neben vielen weiteren bleibt vor allem eine Frage:

Was soll mensch jetzt sagen?

\"Nachhaltig\" klingt ausgelatscht und missbraucht, auch \"zukunftsfähig\" irgendwie alt und \"ökorrekt\" (Utopia) kommt bei mir jedenfalls nicht so richtig an. Nun stand ich kurz davor eine neue catch-all phase zu droppen: Permakultur. Pop ist tot. Nachdem ich mir bereits wörtlich \"alles mögliche\" darunter vorgestellt habe, bemühte ich das sicherlich auch permakulturelle Lexikon Wikipedia: Permakultur ist ...

Dienstag,8. Januar 2008 | von Christian Noll | Beitrag kommentieren | Kommentare als RSS 2.0 Feed abonieren | Kategorien Umwelt | direkten Link anzeigen

4 Kommentare zu “Bitte gib mir noch ein Wort: z.B. Permakultur?”

  1. Frank Eichler
    Am 13. Januar 2008 um 19:55 Uhr

    Liebe Freunde, etwas bissig und einseitig ist der Kommentar zur Permakultur schon, zumal es ein eine Menge Leute gibt, die mit den Ideen einer Permakultur ernsthaft versuchen ihr Leben anders als gerade gesellschaftlich (wirtschaftlich) erwartet zu gestalten. Diese Leute habe nichts mit Neoschamanen oder Designern zu tun, sonder handeln zumeist nach diesem einfachen Leitsatz:
    Permakultur ist der Versuch, eine guten Platz zum Leben zu schaffen. (Bill Mollison)
    Darüber sollten wir nachdenken.
    Beste Grüße vom PERMAHOF

  2. Der Ruin als Megatrend » Von Christian Noll » Schade, Palast, Republik, Autsch, Fliegen, Abhörstation, Universität, Deutschland » Alles, was gerecht ist.
    Am 21. Januar 2008 um 14:45 Uhr

    [...] Sinnspurch auch in die Tat umgesetzt – von privaten “Bildungs”-einrichtungen. Wir berichteten bereits von der geplanten Permakultur-Uni auf dem Gelände des verfallenen Spreeparks im [...]

  3. Theresia U. Bräutigam
    Am 27. Mai 2008 um 23:56 Uhr

    Wir haben schon immer den eigenen Garten biologisch bewirtschaftet. Das wissen der Väter war vorhanden und auch im Beruf mit dem Gartenbau zu tun. Wir haben aber die letzten Jahre festgestellt, daß es ein Problem gibt.
    Wir kamen dahinter, daß die Probleme von den Cyanobakterien ausgehen, besser bekannt als Blaualgen in Gewässern. Diese Produzieren nicht mehr Sauerstoff wie seit entstehung der Erde, sondern toxische Schleime an Land. Sichtbar am vergrünen des Bodens, Sträucher, Bäume, Moos im Rasen, schleimige Schnüre im Teich usw. Auch die Tomatenkrautfäule, Kartoffelsterben, Buchskrankheit hat sich breit gemacht.
    All das hat Primär nichts mit Nässe zu tun.
    Über das natürliche Gärtnern hinaus haben wir Natur-Produkte getestet, entwickelt und zusammengefasst in den 3-KLANG Produkten. http://www.natur-i.de
    Heute haben wir einen lockeren krümeligen Boden.
    Keine Tomatenkrautfäule mehr im freien usw.
    Auch der geringer Ertrag an Getreide z.B. u.a. in Europa wird zunehmen.
    Haben Sie diese Probleme gehabt und auf natürlichem Wege dauerhaft gelöst?
    Mit freundlichem Gruß
    Theresia U. Bräutigam

  4. Nadine
    Am 23. Februar 2010 um 10:10 Uhr

    Hallo,
    ich habe mich mit dem Thema Permakultur auseinandergesetzt und die obigen Personen sind ja wohl irgendwie mit Permakultur “verheiratet”, ich sehe das von einer neutralen Seite, finde es gut, was es bei der Permakultur gibt, weiß aber nicht, ob die ganzen Organisationen im Grunde irgendwie doch nur wieder eine Sekte sind oder sonstiges, auf der Homepage Permakultur.net findet man verschiedene Projekte, wo hunderte oder sogar tausende von Menschen aufgefordert werden, zusammen in einem Dorf zu leben, wo Sie abgeschlossen von der restlichen Welt leben sollen und von Permakultur leben sollen, ich sehe das eigentlich alles sehr kritisch, da man viel darüber hört, dass Permakultur letztendlich eine Organisation ist, die Menschen beeinflussen will.

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