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Muss das wirklich sein? – Umweltfreundliches Drucken

druckprozess.jpgFreitag, 11. Januar, Termin Oktoberdruck: Gemeinsam mit ein paar Kollegen und Kolleginnen nutzen wir das Angebot der Berliner Druckerei, Partner des Berliner Umweltpreises und EMAS-zertifiziert, uns über die Möglichkeiten des umweltfreundlichen Produzierens von Druckerzeugnissen zu informieren. 1973 als selbstverwalteter Betrieb in Berlin-Kreuzberg gegründet, beschäftigt der Betrieb heute 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei der Herstellung spielt natürlich nicht nur das Papier eine Rolle, sondern auch Farben/Farbauftrag, Energieverbrauch und die Beschäftigunsverhältnisse der Mitarbeiter. “Bei uns verdient der Fahrer so viel wie der Vorstand”, so Martina Fuchs-Buschbeck, Vorstand der Oktoberdruck AG, die uns das Profil der Druckerei eingehend erläuterte.
Es lohnt sich, sich von Druckereien schon vor dem Versand der Druckdaten eingehend zu informieren. Im Dickicht der Papierauswahl einen Lichtblick zu erhalten, dafür genügt ein Anruf im büro der Druckerei. Auch sollte man sich bei der Farbwahl und Veredlung der Materialien regelmäßig fragen: Muss das wirklich sein? Druckerzeungis sollten in der Produktion und Verwendung effizient hergestellt, und dann auch gestaltet werden. Es ist schon ein Wahnsinn, mit was für Qualitätsansprüchen auch Wegwerf-Produkte hergestellt werden. Zum Teil sind die Produktionszeiten so knapp kalkuliert, auch bereits in der Konzeptionsphase, dass am Ende keine Zeit mehr bleibt, das Material ein bis zwei Tage trocknen zu lassen. Dieser Prozess wird dann einfach durch eine UV-Lackierung gestoppt. So einfach geht das. Muss das sein?
Daher macht es Sinn, möglichst schon die Produktion in der Konzeptionsphase mitdenken, also ganzheitlich zu denken. Für langfristige Produkte muss genügend Zeit für die Produktion kalkuliert werden, so Fuchs-Buschbeck. Das gilt auch für die gesamte Produktionskette Auftraggeber – Agentur (Berater – Gestalter) –Druckerei.

Oktoberdruck bietet neben der Beratung der entsprechenden Materialien auch die CO2-neutrale Produktion (pdf) an. Ähnlich eines Atmosfair-Zertifikats kann auch die beim Druckprozess entstehende Emission ausgeglichen werden. Auf meine Frage, wie es sich denn mit dem Wasserverbrauch verhalte, hieß es, ja, sie seien dran. Auch hier verucht die Druckerei derzeit, den Verbrauch zu neutralisieren. Ökostrom versteht sich von selbst.

Klar kann man nun sagen, alles schön und gut, aber wenn eine andere Druckerei für das gleiche Produkt nur halb so viel berechnet, dann gehe ich doch da hin. Allerdings gilt.: Qualität kostet. Das Preis-Leistungsverhältnis der Druckereien sollte genau geprüft werden, ebenso die Philosophie, Arbeitsbedingungen und die Energieeffizienz des Unternehmens.

In Zukunft, so Fuchs-Buschbeck abschließend, werde Papier ein teurer Rohstoff werden, der “Goldstaub” der Produktion, denn die Nachfrage nach Altpapier auf dem Markt wächst. Ebenso ist es lohnenswert, die Entwicklung in der Farbproduktion mitzuverfolgen. Vielleicht wird es bald möglich sein, im Offset-Druck Naturfarben zu verwenden. Tests hierzu laufen bereits.

Die Druckerei Okotberdruck sei in diesem Beitrag nur beispielhaft genannt. Sicherlich gibt es weitere Druckereien, die sich intensiv mit dem Thema Nachhaltig in ihrem Arbeitsbereich auseinandersetzen und dort Standards setzen.

Allen Gestalterinnen und Gestaltern und all denjendigen, die desöfteren mit der Produktion von Druckprodukten zu tun haben, kann ich nur wärmstens empfehlen, sich mit der Druckerei des Vertrauens einmal zusammenzusetzen und das Thema Umweltfreundlichkeit zu besprechen, denn: Ja, es muss sein, das sozial- und umweltfreundliche Drucken!

zum Weiterlesen: Beitrag in diesem Blog vom 28.08.07 | Umwelterklärung Oktoberdruck (pdf) | Initiative pro-Recyclingpapier
Abbildung: Oktoberdruck (in: Studie zum klimaneutralen Druckauftrag.pdf)

Freitag, 11. Januar, Termin Oktoberdruck: Gemeinsam mit ein paar Kollegen und Kolleginnen nutzen wir das Angebot der Berliner Druckerei, Partner des Berliner Umweltpreises und EMAS-zertifiziert, uns über die Möglichkeiten des umweltfreundlichen Produzierens von Druckerzeugnissen zu informieren. 1973 als selbstverwalteter Betrieb in Berlin-Kreuzberg gegründet, beschäftigt der Betrieb heute 26 Mitarbeiterinnen und ...

Samstag,19. Januar 2008 | von Andrea Nienhaus | Beitrag kommentieren | Kommentare als RSS 2.0 Feed abonieren | Kategorien Design und Kunst, Soziales, Umwelt, Wirtschaft und Finanzen | direkten Link anzeigen

3 Kommentare zu “Muss das wirklich sein? – Umweltfreundliches Drucken”

  1. Florian
    Am 23. Januar 2008 um 21:18 Uhr

    Manchmal ist es echt schon schwer einen Kopierladen zu finden, der wenigstens Recyclingpapier anbietet :(
    In Göttingen gibt es noch eine kleine Druckerei, Pachnicke, die auf Recyclingpapier drucken. Sie verschicken die Sachen auch bundesweit. (Wenn ich mal Werbung machen darf: http://www.pachnickedruck.de/)

  2. Sjörn Plitzko
    Am 27. Januar 2008 um 22:21 Uhr

    Kennt jemand zufällig eine umweltfreundliche Stickerdruckerei?

  3. Andreas Uhl
    Am 27. April 2010 um 07:38 Uhr

    Hallo,
    ich habe diesen Beitrag zufällig entdeckt und würde ggf. etwas Eigenwerbung machen wollen. Ich hoffe, das ist in dieser Form OK.

    Wir sind eine auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit ausgerichtetete Qualitätsdruckerei mit Service und Webshop. Wir produzieren vorrangig auf Recyclingpapier (100%, zert. mit blauem Umweltengel) oder Papiere aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC, PEFC zertifiziert). Mineralölfreie Ökodruckfarben, lösemittelfreie Waschmittel, alkolarmes drucken, klimaneutrale Produktion, Ökostrom, Nutzung der Maschinenabwäreme per Wärmerückkopplung, chemiefreie Druckplattenherstellung bieten wir standardmäßig an. Zudem verfügen wir über einen sehr großen Onlineshop.

    Evtl. mal unter http://www.uhl-media.de nachsehen. Die Umweltvorteile sind im Hauptmenü detailiert aufgeführt. Wir setzen allerdings weniger auf Zertifikate (diese Kosten uns als Familenbetrieb zu viel Geld), sondern auf aktive Ökomaßnahmen.

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