“I hate myself, I want to buy”
So lautet eine Überschrift im Buch “Nation of Rebels” der kanadischen Philosophieprofessoren Heath und Potter. Ihnen zu Folge ist die Anschaffung eines SUVs nur die logische Fortsetzung des Hippy-Lifestyles ab dem Moment, in dem seine Ex-AnhängerInnen gesellschaftlich etabliert sind. Die Gegenkultur schafft sich ihre eigene Konsumkultur, Rebellion wird zum größten Driver des Kapitalismus.
Eine “unbequeme Wahrheit” für die JüngerInnen strategischen Konsums. Unternehmen des Greenwashings zu bezichtigen ist bequem. Aber waschen wir uns nicht auch selbst grün in dem wir uns vormachen, Konsum sei wesentlicher Teil der Lösung, obwohl er im Wesentlichen das Problem ist? Es geht nicht darum, Unternehmen von ihrer Verantwortung freizusprechen. Doch auch die derzeitige Gegenkultur der LOHAS rennt, und das ohne überhaupt erst zur Protestbewegung geworden zu sein, in die Konsumfalle. Denn Protest ist ja anachronistisch. Heute verändern wir die Verhältnisse viel eleganter – durch Konsum. Wir zelebrieren uns selbst als Zielgruppe der Märkte, die wir kostenlos für die Unternehmen erfinden. Dabei lassen wir uns auch nicht über Skandalmeldungen über die Folgen der Massenproduktion “ökorrekter” Produkte von unserem Glauben abbringen – dem Glauben an den richtigen Konsum im Falschen.
Dieser Artikel ist ein Beitrag zum Blogkarneval GreenWashing von karmakonsum und Einladung zur kritischen Diskussion über die Rolle von Konsumenten im Greenwashing-Schleudergang von Unternehmen. “Alles, was gerecht ist” wird auch weiterhin “nachhaltige Shoppingtipps” posten – aber das kann es nicht gewesen sein.

Am 20. Februar 2008 um 15:14 Uhr
Guter und vor allem mal selbstkritischer Beitrag. Nur durchs Einkaufen werden wir die Welt in der Tat nicht retten können (trotzdem ein Anfang… ).
Am 20. Februar 2008 um 15:35 Uhr
Mitten in die Fresse rein … mal sehen, ob es darauf Reaktionen aus der Szene gibt. Ich sag ja immer, LOVOS regeln
.
Am 24. Februar 2008 um 10:18 Uhr
Endlich mal ein kritisch reflektierter Ansatz – hab ich in allen Blogs zum Thema vermisst. http://www.storyofstuff.com/ – das sollte sich jeder Loha/s ansehen.
Neben Ethik und Umweltbewusstsein, brauchen wir noch Regionalität – das setzt unserer Verhalten in direkten Bezug zu unserer Mitwelt und lässt uns wieder Verantwortung übernehmen. Nur ist da kein Platz für diese Art von Firmenstruktur…
Am 25. Februar 2008 um 09:21 Uhr
Richtig und wichtig! Aber den einen oder anderen (selbst)kritischen Beitrag zum Thema gibt es da schon… Zum Beispiel hier: http://blogs.ivyworld.de/fred/2007/12/31/das-tunnelblick-syndrom/
Am 7. März 2008 um 23:53 Uhr
Stimme voll mit den in Kanon ein das es allein über den Konsum und ohne Verzicht und Änderung der Lebensgewohnheiten nichts wirklich verändert werden kann. Dennoch sehe ich diese Entwicklung als Chance um erst einmal Bewußtsein breitflächig für das Themengebiet zu schaffen und um der Wirtschaft richtungsweisende Signale zu vermitteln.
Am 8. März 2008 um 03:05 Uhr
[...] “I hate my self, I want to buy”: Waschen wir uns nicht selber grün, wenn wir uns vormachen, dass Konsum Teil der Lösung ist, obwohl er eigentlich das Problem ist? [mehr] [...]
Am 18. April 2008 um 15:42 Uhr
Hej,
ich habe das Buch hier schon länger in der deutschen Version stehen “Konsumrebellen – Der Mythos der Gegenkultur” (Heath & Potter). Gab es damals bei Zweitausendeins. Superspannend und neben dem dicken grünen Fachbuch zur “Sozialpsychologie” und “Tipping Point” eines der besten Bücher in meinem Schrank.
Die Entwicklung des nachhaltigen Konsums ist schonmal eine richtige Richtung. Prima
Gute Ansätze sind erste Schritte.
Aber Konsum & “Die Großen” werden nie alle Probleme lösen. Damit sollten wir Normalos schon selber anfangen
Mit ein Grund warum ich Weltretter.org gegründet habe. Jeder von uns kann die Welt verändern, wenn wir ihn dabei unterstützen!
Am 28. November 2008 um 10:27 Uhr
Moin Anne,
Weltretter.org ist echt cool, ich hab mich gleich mal angemeldet und für das Stromsparprojekt beworben!
Am 25. September 2009 um 09:27 Uhr
[...] Wo ich gerade genauer drüber nachdenke und bevor ich mich dabei noch weiter sprachlich verrenke, hier schreibt es Einer eh 1000mal besser (und [...]