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PR-Geschenke der Hoffnung

pr.jpgNein, wir sind nicht bestechlich. Nein, wir möchten auch nicht über etwas schreiben, dass jemand offensichtlich aus eigenützigen Zwecken an uns heranträgt, und wenn dann nur, wenn wir es selbst für wichtig halten. Gestern erhielt ich ein kleines Päckchen. Adressat: “Alles, was gerecht ist” und dann meine Adresse. Der Absender: eine Agentur für Öffentlichkeitsarbeit. Hm. Der Inhalt: Eine Bio-Limonade, eine Metall-Schachtel, die eine Reise-Computermaus enthält sowie ein Anschreiben, mit dem Wortlaut:
“… wir hoffen, die Getränke beim vergangenen Blogger-Treffen auf der Biofach 2008 haben Ihnen gegen eventuelle Durststrecken geholfen. … Sonnige Grüße aus Bayern…”
Ich hätte es besser gefunden, das Unternehmen bzw. die Marketingabteilung schreibt auf ihrem eigenen Blog (macht es doch selbst), aber das würde dann bestimmt nicht wirklich gelesen werden. So oder so ähnlich muss es Journalisten in Redaktionen gehen. Das erzählen zumindest befreundetete Schreiberlinge aus der Presse-Welt. Sie erhalten Geschenke, werden angebettelt, dürfen sich aber nicht erweichen lassen. Vielen Journalisten gelingt dies mitlerweile ja gar nicht mehr. Über eine PR-Agentur ein Probierpäckchen zu bekommen, noch dazu ein Computer-Geschenk (wegen Blogs und so, hey super) ist – nur so als Tipp für Kommunikationsagenturen – kein geschickter Weg, ihr Produkt in der online/Bloglandschaft zu platzieren. Ich kann schon verstehen, weshalb sie es über diese Wege versuchen, aber: Es wird nicht funktionieren. Ich werde die Limonade probieren, aber ich werde hier keinen Bericht darüber verfassen, wie sie denn so geschmeckt hat…

Sonntag,6. April 2008 | von Andrea Nienhaus | Beitrag kommentieren | Kommentare als RSS 2.0 Feed abonieren | Kategorien Digital Lifestyle, Wirtschaft und Finanzen, in eigener Sache | direkten Link anzeigen

6 Kommentare zu “PR-Geschenke der Hoffnung”

  1. Basti Schwiecker
    Am 7. April 2008 um 00:30 Uhr

    Ohne jeden Hintergedanken muss ich gerade daran denken, dass wir fürs Socialcamp noch einen Getränkesponsor gebrauchen könnten…

  2. roland | landscaping.at
    Am 8. April 2008 um 13:09 Uhr

    :-) ))

    ist bei mir auch eingetrudelt und ich habe ähnliches gedacht wie du

    lg
    roland

  3. Lutz
    Am 10. April 2008 um 09:27 Uhr

    “Geschenke der Hoffnung” ist eine international tätige Hilfsorganisation. Die werden sich wurndern wenn sie den Artikel wegen des Titels in Google finden ;-)

    Diese typischen Beschwerden von Bloggern man wolle ihre journalistische integrität kaufen finde ich aber ein bischen albern. Jede Redaktion bekommt Berge von solchem Kram. Wenn du nicht schreiben willst, dann schreib einfach nicht anstatt hier ein betroffenes “oh mein gott ich soll gekauft werden” posting zu verfassen.

  4. Andrea
    Am 10. April 2008 um 11:06 Uhr

    @ Lutz
    Natürlich weiß ich, was die Hilfsorganisation “Geschnke der Hoffnung” macht. Eine Google-Suchmaschine sollte aber kein Grund dafür sein, mit einem Begriff nicht “spielen” zu dürfen.
    Wenn man so argumentiert, dürfte man wegen einer Google-Suche Begriffe ausschließlich in ihrem ursprünglichen Kontext verwenden. Was, wenn jemand einen Blog über Rechte Gewalt schreibt? Ständig werden Begriffe auftauchen, die auch in den gegenteiligen Kontexten gefunden werden könnten.
    Der oben zu sehene Artikel ist keine Betroffenheitserklärung, sondern ein Beispiel dafür, wie Marketing funktioniert, oder Agenturen denken, dass es so funktioniert. Es geht darum, wie “Themen” platziert werden. In größeren wie kleineren redaktionellen Zusammenhängen finde ich das bedenklich. Klar, alle machen das. Aber: Muss ich es deshalb gut finden? Hier eine weitere Reaktion eines Bloggers auf die Limo-Post: http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2008/04/bloggertreffens.html

  5. Lutz
    Am 12. April 2008 um 10:32 Uhr

    Wow: bedenklich! Böse Welt! Das stellt ja die Volkswagen-Affäre in den Schatten. Waren auch Prostituierte und Reisegutscheine in der Limo-Packung?

    Mal im ernst. “Nein, wir sind nicht bestechlich.” ist wirklich ein Schülerzeitungsopener. Ihr müsst hier keinen Kreuzzug für journalistische Unabhängigkeit führen. Da wirkt aufgeregt und unerfahren. Jede Redaktion bekommt viele solche Sachen. Es wäre eine sehr lustige Vorstellung wie das aussähe wenn die NZZ jedesmal einen empörten Artikel zur Verteidigung der Pressefreiheit schriebe, wenn ein Redakteur ein Schokoladenpräsent bekommt.

    Und da ist es auch kein Argument wenn in anderen Blogs aufgeregt nach Luft geschnappt wird, wenn der Limo-Versendende-Dienstleister auch mal was für Mac Donald gemacht hat.

    Ihr habt ein spannendes Blog. Ein bischen gelassener würde euch stehen. ;-)

  6. Andrea
    Am 12. April 2008 um 15:45 Uhr

    @ Lutz
    heyhey, … es war das erste PR-Geschenk, das wir bis jetzt erhalten haben. Aber keine Sorge, das Blog wird sich in Zukunft nicht dadurch füllen, dass wir schreiben, was für Geschenke wir geschickt bekommen. P.S: Willst du die Mini-Maus haben ;-) ?

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