Hager & Mager (H&M)

Neulich macht mich ein Bekannter auf die aktuelle H&M-Herbst/Winter Kampagne 2008 aufmerksam. Die Models sind so dünn, dass es weder sexy ist noch gesund sein kann. Magersucht?
Offenbar sind wir auch nicht die einzigen, die das finden. Interessant auch dieser Artikel.
Das es auch anders geht, beweist Harvey Nichols.

Update:
Eine sehr ausführlichen Debatte zur aktuellen H&M-Kampagne gibt es bei “The Coveted“. Danke an die Mädchenmannschaft.
Tags: Gesundheit und Ernährung, H&M, Krank, Magersucht, Mode

Am 1. September 2008 um 12:34 Uhr
Hallo!
Jetzt fangt Ihr also mit Magersucht an und verweist auch noch auf eine absolut unseriöse Tageszeitung.
Ich bin eine schlanke Frau und mit 160cm sowieso und zum Glück viel zu klein und zierlich für die H&M-Fetzen.
Seit die Presse das Thema Magersucht aufgegriffen hat sind Normalos zu Spezialisten mutiert und meinen, alles was unter Größe 36 trägt sei gestört. Ich werde von allen möglichen gestörten Frauen ob meiner schlanken Statur regelrecht angegriffen und für krank gehalten.
Ich hoffe auf den Tag, an dem wieder mal Wichtigeres in der Presse steht, denn die Tatsache, daß über diese Krankheit berichtet wird ändert rein garnichts daran, daß die meisten Frauen über Ihren Körper meckern, ganz egal, wie sie aussehen und man es heutzutage als von Natur aus schlanke Person wirklich schwer hat.
Berichtet doch mal zur Abwechslung über füllige Leute, Übergewicht ist nämlich genau so krank. Es gibt weitaus mehr dicke Leute als dünne.
Ich bevorzuge es anonym zu bleiben. Lieben Dank!
Am 1. September 2008 um 18:51 Uhr
[...] via: alles-was-gerecht-ist.de [...]
Am 2. September 2008 um 06:13 Uhr
[...] hier und hier) Tags » Babes, Magersucht, Schlankheitswahn « Trackback: [...]
Am 2. September 2008 um 08:29 Uhr
Der Tag ist gelaufen…
Zumindest was das dominierende Theme in den Blogs angeht – glaube ich zumindest. Google veröffentlicht angeblich sicher heute noch einen eigenen Browser. Besser und schneller soll er sein, wer hätte auch was anderes erwartet.
Auch wenn rivva schier …
Am 2. September 2008 um 08:46 Uhr
[...] von einem Ritterschlag und nicht zu vergessen ein paar Leser mehr werden durch den Artikel “Hager & Mager” auch bei “Alles, was gerecht ist” [...]
Am 2. September 2008 um 11:42 Uhr
vlt gibt das hier einen erkenntnisgewinn.
die beiden sind recht dünn. aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein arzt dieselbe diagnose per augenschein stellen würde.
Am 2. September 2008 um 13:19 Uhr
[...] noch immer nicht überall zieht: Bundesweit kann man momentan Muster-Magermdels von H&M (=Hager & Mager) auf Plakatwänden [...]
Am 2. September 2008 um 13:31 Uhr
Liebe Eine Frau.
Natürlich gibt es auch übergewichtige Menschen, aber mit denen wird keine Werbung gemacht. Als ich die H&M-Werbung das erste Mal beim Vorbeifahren sah, fiel mir ebenfalls auf, wie sehr dünn diese Modell doch sind. Da kommt der Gedanke, dass die beiden bei den sehr dünnen Beinchen und den großen Augen magersüchtig sind, einfach auf.
Wenn Du, wie Du schreibst, selber sehr schlank bist (ohne magersüchtig zu sein) und darauf auch immerzu angesprochen wirst, zeigt das doch, dass eine solche Figur nicht “der Norm” entspricht und somit auffällt. Sollte man dann nicht auch “normalere” Modells nehmen, die noch ein wenig Waden haben? Einfach um sich dem Normalbild anzunähern? So dünne Modells suggerieren doch, dass es normal ist, so wenig auf den Rippen zu haben – was Menschen dazu verleiten kann, an sich herunterzuschauen und festzustellen, dass sie so nicht aussehen. Also müssen sie unbedingt abnehmen. Das ist der gesamte Kritikpunkt.
Und wie wir hier sehen können, geht es auch anders Werbung zu machen. Ohne Hungerhaken.
Am 2. September 2008 um 16:34 Uhr
Hallo,
ich möchte mich gerne auch zu dieser Werbung äussern, angetrieben durch den Kommentag von “eine Frau”.
Ich arbeite seit nun fast 10 Jahren mit Frauen (und einigen Männern) mit Essstörungen. Die aktuelle Kampagne von H&M jagte mir erneut eine Gänsehaut über den Rücken.
Sicher kann man von einem Bild (welches mit Sicherheit auch noch stark bearbeitet wurde) nicht auf eine Essstörung schließen, doch werden mit solchen Bildern Frauenbilder und Schönheitsideale hochgehalten, welche mit Sicherheit im Krankheitsbereich liegen. Dass diese Frauen noch Normalgewicht haben sollen möchte ich sehr stark bezweifeln!
Sicher, nun stöhnen die Politik und andere diverse Zeitungen auf. Es wird kritisiert und beschworen, etwas gegen diesen “Hungerwahn” zu tun (… hoffen wir es…)
Was aber heißt es für die aktuell Betroffenen Frauen, wenn sie solche Bilder sehen?
Ich habe viele Frauen in meiner Beratung, die genau solche Bilder und diese Art von Werbung thematisieren. Sie sind sicher nicht Ursache der Magersucht, wohl aber bestätigen sie die Frauen, dass es nicht ungewöhnlich ist ein so geringes Gewicht zu haben und damit schön und sexy zu sein. Die Wahrnehmung für “normales” und vor allem gesundes Gewicht wird total gestört.
Diese Frauen bekommen von ihren Freunden, Eltern und Therapeuten (wenn sie bereits in Therapie sind) gesagt, dass sie zu dünn seien und sie zunehmen müssen. Wenn diese Mädchen und Frauen dann aber solche Plakate sehen, wird das Konkurrenzdenken entfacht und ein Zunehmen wird noch schwerer. Keiner spricht davon, dass 10% der an Magersucht Erkrankten daran sterben. Hier wird viel zu leichtfertig mit Vorbildern umgegangen, was die Werbung nunmal ist. Wo ist hier die soziale Verantwortung?
Nun noch kurz zu der Bemerkung, dass man sich auch den “Fülligen” annehmen sollte:
Ich denke alle Formen von krankhaftem Gewicht sollten nicht in dieser Form von der Werbung mißbraucht werden. Und wenn H&M eine Kampagne mit sehr dicken Models druchgeführt hätte, dann wäre dies vielleicht auch hier Thema geworden.
Egal ob sehr dick oder mager, es handelt sich um Krankheiten (oder zumindest um ein gestörtes Essverhalten) und die Unternehmen wollen sich doch nicht mit Krankheit schmücken, oder??? In diesem Fall tut das H&M in meinen Augen.
Punkt.
Am 3. September 2008 um 10:19 Uhr
[...] Gesehen bei den Sozialhelden [...]
Am 4. September 2008 um 15:57 Uhr
Hallo Raul,
da liegt der Nerv der Zeit begraben. Sowas sollte verboten werden und nicht als Vorbilder verkauft werden. Echt arm diese Modeschöpfer.
Am 6. September 2008 um 04:26 Uhr
Ihr habt vielleicht Probleme.
Am 13. September 2008 um 20:13 Uhr
[...] Alles was gerecht ist: Hager & Mager (H&M) [...]
Am 20. Oktober 2008 um 03:10 Uhr
i got a question please. does anybody know the name of the model (left side, dark hair)? would be great if you can tell me.
thanks.
greets jack
Am 18. November 2008 um 23:27 Uhr
Hallo,
ich betreue ein Wiki, in das viele Kinder und Jugendliche zum Thema “Körperfigur” schreiben. Mich hatte am Blogbeitrag erschrocken, dass Dünnsein und Magersucht assoziiert werden. Denn durch die Beiträge im Wiki weiß ich, dass “Magersucht” inzwischen im Alltag von vielen Kindern und Jugendlichen sowas wie ein Verdacht geworden, gegen den sich die Betroffenen verteidigen — ähnlich wie “Alkoholiker”. Es steckt darin eine Schuldzuweisung oder Unterstellung psychischen Versagens. “Magersucht” funktioniert anders als z.B. “Herzfehler”.
Diese Sache schadet sowohl dünnen Mädchen als auch magersüchtigen. Dünne Mädchen kommen mit ihrem Essverhalten durcheinander: sie trauen ihren Empfindungen nicht mehr bzgl. Essen. Magersüchtigen Mädchen wird es schwerer gemacht, sich Hilfe zu suchen, weil sie sich schämen.
Der Kommentar von Eine Frau hat mich dann beruhigt: da sind also noch mehr, die das Problem erkennen.
In den weiteren Kommentaren ist dann von normalen Körperfiguren und sogar von krankhaften Gewicht die Rede. Das ist medizinisch unhaltbar und eine Form der Diskriminierung.
Es gibt dicke und dünne Menschen. Die für ein Individuum gesündeste Körperfigur bestimmt sich individuell. Aus der Körperfigur lässt sich nicht auf eine Essstörung schließen — auch aus einer extrem dünnen oder dicken nicht.
Wie bei den meisten biologischen Parametern, so ergibt sich auch beim Gewicht (bzw. BMI) eine ungefähre Gaußsche Normalverteilung: die meisten Menschen sind mittelmäßig bekörpert; weniger Menschen sind sehr dick oder sehr dünn. Es ist eine relativ neue Vorgehensweise, die äußeren Enden dieser Normalverteilung bzgl. Gewicht zu pathologisieren. Das hat mit Herrschaft und Biopolitik zu tun und damit, dass der Einfluss des Kapitals auf die Medizin sehr groß geworden ist. (Danone hat z.B. Einfluss auf die BMI-Propaganda der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter.)
Davon abgesehen ist die Darstellung von Menschen in der Reklame i.A. Mist, weil sie manipulativ ist. Egal, in welche Richtung sie manipuliert: sie fördert die Klassifizierung von Körperfiguren nach visuellen Stereotypen. Diese verhindert, dass wir uns selbst und einander wirklich wahrnehmen.
Am 13. Juli 2009 um 11:06 Uhr
Ich muss Maike zustimmen, man darf die ganzen Krankheitsbilder nicht automatisch an die Werbung koppeln. Es stimmt aber doch, dass man mit eher extremeren Körpern, wenn sie in der Werbung vorwiegend eingesetzt werden, Ideale schafft, die für die Mehrheit der Bevölkerung nicht normal wären. Meinetwegen kann es ja sehr dünne Menschen in der Werbung geben, aber dafür müssen dann eben auch mal dickere Menschen oder Leute mit einem Gewicht irgendwo zwischen sehr dick und sehr dünn gezeigt werden und eben das macht H&M nicht. Dort scheint die Welt nur aus Magermodels zu bestehen und das vermittelt der vorwiegend sehr jungen Käuferschaft leider ein ziemlich gefährliches Bild.
Am 19. Juli 2010 um 17:46 Uhr
[...] geht es hier nicht. In den letzten Tagen wird viel über Magersucht gebloggt, allen voran über die neue H&M Kampagne. Und ja, die H&M Models sehen wirklich aus, als ob sie mal eine Badewanne voller Sauce [...]