Gegenkultur 2.0

Street Art oder auch Post-Graffiti ist heutzutage oft mehr als ein paar Skater die ihre Tags an Hauswände sprühen. Street Art ist zum Mainstream geworden. Scheinbar zufällige Menschenansammlungen die plötzlich“ frenetisch einer Supermarktansage applaudieren, Werber, die in ihrer Freizeit Nonsens-Plakate an Hauswände pappen oder Jugendliche, die Denkmäler mit selbstklebenden LED-Lampen bewerfen – die Generation 2.0 erobert ihren Lebensraum zurück, indem sie ihn gestaltet, verändert und ihn sich wieder aneignet.
Moderne Street Art heißt, spielerisch seine Möglichkeiten zu entdecken und seinen eigenen Raum im öffentlichen Raum zu schaffen. Street Art ist nicht nur kurzweilig, sondern meist auch kurzlebig. Sie will inspierieren und lässt sich inspirieren, indem sie bestehende Kommunikationskanäle nutzt und erweitert, die Umgebung mit einbezieht und gestalterisch umdeutet. Dabei ist Street Art längst über die einfache „Sachbeschädigung“ durch Farbe an Hauswänden hinaus, sondern bedient sich häufig recyclebarer Elemente wie Aufkleber und Plakate oder erfindet ganz neue Gestaltungsmittel.
Street Art ist aber nicht nur Spiel, sondern mehr und mehr auch Sprachrohr zur Öffentlichkeit und häufige Themen beinhalten Adbusting (Werbung verfremden), subvertising (neue Botschaften), culture jamming (soziale Disruption mittels klassischer Werbekanäle), die Vergesellschaftlichung privaten Eigentums und die Zurückeroberung „der Straße“.
In wöchtentlichem Abstand werden wir hier im Blog neue, aufregende Streetartformen vorstellen und möchten mit euch diskutieren, ob Street Art albern oder revolutionär ist. Den Anfang macht in der nächsten Woche das klassische und das moderne Graffito.
Tags: Adbusting, Graffiti, Street Art
