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Sozialer Reichtum – Trendtag 2009

trendtag
Am 14. Mai 2009 lädt das Trendbüro Hamburg, eine Beratungsgesellschaft, die sich “mit der Beobachtung von Trends und der Interpretation des gesellschaftlichen Wandels befasst”, zum 14. Trendtag ein. Das Thema in diesem Jahr ist: “Sozialer Reichtum – wer teilt, gewinnt“. Diese Info schwappte kürzlich in mein Email-Postfach über deren Newsletter-Funktion. “Nach der Versöhnung von Ökonomie und Ökologie am Ende des 20. Jahrhunderts geht es jetzt um die Versöhnung von Profitmotiv und sozialer Verantwortung.”

Sprecher der Konferenz ist u.a. der Medien- und Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz. In  einem Interview zum Thema der Veranstaltung fasste Bolz seine Beobachtungen wie folgt zusammen:

Sozialer Reichtum heißt für mich vor allen Dingen, dass an die Stelle der Produktion, [...] und an die Stelle des Konsums [...] jetzt die Kommunikation tritt. Deshalb haben wir es auch mit einer neuen Generation zu tun, die man vielleicht als „Generation We“ bezeichnen könnte. [...] So gehe ich davon aus, dass diese neue Generation We eine Ethik des Sozialen gewinnt.

[...] Man kann vier Bereiche bzw. vier Faktoren unterscheiden, die sozialen Reichtum schaffen: Selbstverwirklichung oder Selbsttranszendenz, Soziale Netzwerke, Vorsorgender Sozialstaat und Caring-Capitalism. [...] Wer sich sozial engagieren will, muss über den Weg der Kommunikation und des Marketings gehen. Mein Vorschlag wäre, Marketing durch „Societing“ zu ersetzen. Dann wäre genau das markiert, worum es eigentlich geht: Nämlich den Kunden durch den Bürger zu ersetzen. Das wäre genau die Kommunikationsstrategie, die ich empfehlen würde. Die Leute haben es satt, als Konsumenten verstanden zu werden. Sie wollen mehr. Der Konsum ist mittlerweile Ausdruck ihrer Bürgerlichkeit geworden. Darauf muss man reagieren.

[...] Wir haben mit den Internet-Communities ganz neue Organisationswerkzeuge, mit denen man die Institutionalisierung von Werten vorantreiben kann. Werte, die frei schweben, sind vollkommen sinnlos. Werte müssen gelebt werden, um glaubwürdig zu sein. Was nicht organisiert ist, zählt nicht.

Ja, darüber kann man durchaus diskutieren. In dem super-Sozialmarketing-Buch findet sich bereits 2006 eine Transskription eines Vortrags von Herr Bolz mit dem Titel “vom Marketing zum Societing”. Man mag den Professor streitig finden, da er mal ein sehr konservatives Buch über Familienwerte geschrieben hat und immer wieder neue Themen öffnet, zu denen er dann auch noch was zu sagen hat. Kluge Gedanken sind es dennoch.

Weitere Vorträge wird es u.a. von Charles Leadbeater, Autor des Buchs “We-Think: Mass innovation, not mass production” oder Keynote-Speaker Lawrence Lessig, dem Gründer der Creative-Commons-Initiative, geben.

Leider kostet der Eintritt zur Konferenz unschlagbare 980 Euro. Ein Spottpreis. Ich habe keinen Chef, der mir so was zahlt, wo soll ich also das Geld herzaubern? Mag es mir vielleicht jemand spenden? Oder sollte ich mal den wirsindjungundbrauchendasgeld-Schulfreund-Florian nach einer guten Geldeintreibe-Möglichkeit fragen? Ach, vielleicht ist das auch alles ganz schön viel heiße-Trendluft und ich sollte einfach auf die Videodokumentation warten oder die Audio-Dateien anhören, wie bereits im letzten Jahr. Für einen guten Input reicht es allemal.

weitere trendige Neuigkeiten findet ihr hier: Trendtag 2009 | Trendbüro-Blog |  twitter.com/trendbuero

Am 14. Mai 2009 lädt das Trendbüro Hamburg, eine Beratungsgesellschaft, die sich \"mit der Beobachtung von Trends und der Interpretation des gesellschaftlichen Wandels befasst\", zum 14. Trendtag ein. Das Thema in diesem Jahr ist: \"Sozialer Reichtum – wer teilt, gewinnt\". Diese Info schwappte kürzlich in mein Email-Postfach über deren Newsletter-Funktion. \"Nach der Versöhnung von ...

Tags: trends

Samstag,7. Februar 2009 | von Andrea Nienhaus | Beitrag kommentieren | Kommentare als RSS 2.0 Feed abonieren | Kategorien Digital Lifestyle, Shopping/Konsum, Soziales, Wirtschaft und Finanzen | direkten Link anzeigen

3 Kommentare zu “Sozialer Reichtum – Trendtag 2009”

  1. Billigflug
    Am 18. Februar 2009 um 13:03 Uhr

    Trends sind in der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und bestimmen den Markt. Von Tag zu Tag werden neue Trends entdeckt und sich nach Ihnen orientiert. Im Reisesektor ist besonders der Wellness Trend hervorzuheben, der durch die Prägung des Begriffs erst an Wichtigkeit gewonnen hat. Trendbegriffe bestimmen das Kaufverhalten der Konsumenten und diese wollen mit Trends ihren Lifestyle ausdrücken. Das kann man auch sehr gut an dem Beispiel der Wellness Reisen veranschaulichen. Würden die Kunden lieber Wellness Reisen oder Gesundheitsreisen erleben? Aufgrund der Einführung dieses Begriffes sind also auch die Reisen in diesem Segment gestiegen. Einen Trendtag anzubieten finde ich persönlich sehr gut, denn, wie bereits erwähnt, sind Trends aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und es werden nach und nach neue Trends hervorgebracht…

  2. Vive
    Am 5. Mai 2009 um 10:58 Uhr

    Hallo, wer Student ist, kann für “schlappe” 100 Euro teilnehmen, angeblich sind noch Plätze frei….
    Vielleicht hat ja jemand noch einen Geburtstagswunsch frei?

  3. Profilneurose
    Am 24. Juni 2009 um 21:51 Uhr

    Sozialer Reichtum war dieses Jahr das Leitthema am 14. Trendtag. Dass gerade in diesen Zeiten auf einem Kongress über Trendforschung über Sozialen Reichtum debattiert wird, ist kein Zufall. Haben wir uns jetzt in der Krise auf einmal alle wieder lieb?

    Die Krise ist omnipräsent. Jeder Trend steht unter dem Generalverdacht, er sei eine Reaktion auf die Krise. Persönliche Beziehungen sind auf einmal wichtiger als die Karriere, Facebook und Twitter haben in Europa 2009 den endgültigen Durchbruch geschafft, die Popband Silbermond singt “gib mir ein kleines bisschen Sicherheit” und Kollaboration steht weit oben in der Rangliste der meistbenutzten Fremdwörter.

    Mehr hier: http://profilneurosen.com/trends/sozialer-reichtum-in-der-krise/

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