Schön, dass du dabei sein willst – Ein Tag inside Greenpeace
Im Aktionsmittellager von Deutschlands größter Umweltorganisation (gemessen an der Zahl der Fördermitglieder) herrscht Aufregung: Wird es denn auch die Kategorie “Sonstiges” geben? Und was passiert, wenn sich eine Gruppe anmelden will?. Und was sehe ich von einer Kampagne, wenn ich nicht eingeloggt bin?Und überhaupt, was machen wir, wenn sich Sigmar Gabriel auch anmeldet? Gut 30 AktivistInnen aus der online- und offline-Umwelt-Weltverbesserungs-Szene waren am vergangenen Freitag in die ehemaligen Kaffeerösterei im Hamburger Freihafen, und dem heutigen Aktionsmittellager von Greenpeace Deutschland eingeladen. Hier wurde über die Greenpeace-Online Community “green action”, die in Kürze das Licht der Webbrowser entdecken wird, diskutiert. Derzeit befindet sich die Seite noch im Entwicklungsstadium, in der closed-beta-Phase.
Sie wollen eine “medienunabhängige Gegenöffentlichkeit”, schaffen, so das Projektteam. Es ermöglichen, “Ideen mitteilen zu können, mehr und schnellere Mobilisierung, die Wirkung des Einzelnen sichtbar machen. Wir pflegen sie und halten sie sauber instand”. Klingt wie die Pflege eines Fussballplatzes, auf dem jetzt nicht nur Vereinsmitglieder kicken dürfen sondern auch alle anderen. “Wir öffnen Sie für alle, die sich an die Spielregeln halten”. Die Spielregeln bestimmt natürlich Greenpeace itself. Welche das genau sind, außer “gewaltfrei” zu sein, dass bleibt noch offen.
Green Action ist Teil der Online-Strategie, an der die Kommunikationsetage der Organisation seit über einem Jahr bastelt. Die Mobilisierung von Aktiven wird zukünftig die Online-Community ermöglichen. Fakten werden auf der bisherigen Website bereit gestellt. Ergänzend dazu gibt es ein paar Blogs, um Meinung dazustellen und schließlich die derzeit gängige Klaviatur von Vernetzungstools wie facebook, twitter, myspace oder StudiVZ, über die bisher noch nicht Überzeugte einen leichten Einstieg in die Themen der Organisation finden sollen.
Verbindung von online und offline-Aktivitäten.
Wenn Greenpeace es geschickt anstellt, könnte es gelingen, in bisher so noch nicht dagewesener Form, Menschen aus dem Umweltbereich und über die Organisation hinaus, zusammenzubringen und gemeinsam Aktionen starten zu lassen. Eine große Kampagen-Website mit andock-Potenzial für alle. Gleichzeitig könnte Greenpeace die Rolle von etablierten Organisationen neu erfinden. Wenn nicht, dann wird es eine weitere von vielen anderen online-communities werden, dereren Erscheinungsbild auf einen 14-Zoll Monitor passt aber außerhalb der Netzwelt kaum Wahrnehmung erzielt.
Vom Büro in die Werkstatt
Beeindruckt an diesem Wochenende hat mich dann weniger die neue Website, als das Aktionmittellager, in dem sämtliche Kampagnen-Materialien hergestellt und archiviert werden. Mit einem Schlauchboot (ja, so ein richtiges Greenpeace-Gefährt) werden wir vom Greenpeace-Büro in der Speicherstatt hinüber auf die andere Elbseite im Hafengelände gefahren. Wie man aus der Idee eine Aktion macht, das kann man hier wunderbar nachhvollziehen. In einem der Lagerräume stapeln sich z.B. die Schweinohren der Klimaschwein-Aktion, die ich vergangenes Jahr am Berliner Bebelplatz gesehen habe. In einem anderen Raum werden große Schlauchboot-Motoren gewartet, es gibt eine Schweißer-Werkstatt, eine Halle mit Gummistiefeln und Ölzeug, Nähmaschinen stehen in einer anderen.
Vor zwei Jahren wurden bereits eine Runde BloggerInnen in das Aktionsmittellager zu einem Workshop eingeladen. Laptop aus und rein ins Boot. Einer Greenpeace-Schlauchbootfahrt ist einfach schwer zu widerstehen, gell?
Einen Tag lang diskutieren wir mit Greenpeacern und anderen hinzugekommenen. Es gibt Mittagessen und Kuchen und leider eine nicht so tolle Moderation.
“Wir sehen uns nächste Woche”, schließt Jan, einer der Projektmanager, die Runde. Gemeint ist: Nächste Woche auf Greenaction, wenn ich meine beta-phasen-Testperson-Zugangsdaten erhalten habe. Aber wenn das Wetter so schön bleibt, verbringe ich meine Zeit lieber an der Sonne als am Flachbrettbildschirm. Kristen Brodde hofft auf die online-offline Vernetzung. Dem kann ich mich nur anschließen. Wir sehen uns also hoffentlich nicht nur in einer weiteren online-Community, sondern auch im physischen Leben, in dem es auch mal heißt: anpacken und machen.
Am 19. Mai 2009 um 10:17 Uhr
Protestieren war gestern. Vernetzen ist heute. Aktion kommt morgen….
“You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolete.”
R. Buckminster Fuller
Einerseits stimmen mich gewisse Entwick ……
Am 21. Mai 2009 um 20:59 Uhr
[...] Wenn Greanpeace es geschickt anstellt, könnte es gelingen, in bisher so noch nicht dagewesener Form, Menschen aus dem Umweltbereich und über die Organisation hinaus, zusammenzubringen und gemeinsam Aktionen starten zu lassen. Ab Juni geht die neue Greenpeace-Plattform “Green Action” online. Andrea Niehaus hat schon einen Blick drauf werfen dürfen… [...]