Ein Dino für die Drückeberger
Bei den aktuellen Klimaverhandlungen passieren täglich mehr oder minder große Skandale. Wenn etwa Algerien Gelder zur Bewältigung der Folgen der globalen Erwärmung an erdölfördernde (!) Länder abzweigen will. Wenn Dänemark vorschlägt, aus „legal bindenden Verpflichtungen“ nichtssagende „politische Verpflichtungen“ zu machen. Oder wenn, wie heute passiert, kanadische Abgeordnete hinter verschlossenen Türen meinen, das „Verluste und Schäden durch den Klimawandel nicht als Teil der finanziellen Anpassungen an den Klimawandel“ gesehen werden sollten.
Der Teufel steckt im Detail, nur das die Welt dieses Mal in Teufels Küche kommen könnte, wenn nicht verbindliche Maßnahmen getroffen werden, die den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Bei diesen kruden Entscheidungen der Diplomaten bleibt dem besorgten Netzbewohner nur sein „What the fuck?!“. Erlösung verschaffen da jedoch Aktionen, die kreativ und hörbar aufmerksam machen und der breiten, meist uninteressierten Masse von Bürgern zumindest einen Hinweis auf die Klimaproblematik geben. Denn zum Glück werden die kleinen großen Skandale von einer Gruppe von NGOs, dem Climate Action Network, erfasst und verkündet. Sie vergeben den satirischen Preis „Fossil of the Day“ für die ärgsten Klimablockierer des Tages.
Aktivisten in Berlin haben nun wieder begonnen, die täglichen Versager bei den bis Freitag laufenden Verhandlungen in Barcelona auch in Berlin auszuzeichnen. Man nehme: ein Einmachglas, Kohle rein, Dinosaurier drauf, fertig ist das Fossil des Tages:

Bis Freitag können engagierte Berliner bei dieser Aktion noch mitmachen. Immer um 9 Uhr morgens stehen die Aktivisten vor einer Botschaft, die erst gegen 17 Uhr am Vortag feststeht. Wenn ihr dabei sein wollt, schaut auch die Facebook-Gruppe an oder meldet euch direkt bei daniel@nest.im
Denn auch Frühaufsteher-Aktivismus kann Spaß machen: