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Flashmobs werden politisch

Flashmob
Die ersten Flashmobaktionen, die es gab, waren rein hedonistischen Ursprungs. Man traf sich im öffentlichen Raum, machte eine aufsehenerregende Aktion und verschwand wieder. Mich hat es schon immer gewundert, warum diese Form nicht dazu genutzt wird auch tiefergehende Botschaften der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Hier scheint sich nun eine Trendwende anzukündigen. Am 28.11.2009 trafen sich in Bremen ca. 100 Flashmobber in einem Schlecker XL Markt und protestierten darin in einer Blitzaktion gegen die schlechten Arbeitsbedingungen ( Stundenlöhne um 6, 50 €, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Quelle taz 30.11.09 ).
Flashmobs sind eine sehr medienwirksame Versammlungsform und deswegen ist es schön, dass aus Spaß auch Ernst werden kann.

Samstag,5. Dezember 2009 | von Jan Mörsch | Beitrag kommentieren | Kommentare als RSS 2.0 Feed abonieren | Kategorien alle machen mit | direkten Link anzeigen

2 Kommentare zu “Flashmobs werden politisch”

  1. Sebastian Gronbach
    Am 5. Dezember 2009 um 15:39 Uhr

    Klasse Sache das! Und Flashmobs werden auch noch spirituell.

    Wir verschenken STILLE bei einer Guerilla-Meditation auf einem Weihnachtsmarkt!

    Schau mal auf den Link.

    Herzlich
    Sebastian Gronbach

  2. Hakan
    Am 6. Dezember 2009 um 12:50 Uhr

    Ich finde Flashmobs kontraproduktiv. Und zwar genau deswegen, weil sie von Anfang an politisch waren, die Wesensgleichheit zum “Critical Mass”-Protest ist ja nicht rein zufällig.

    Das Problem an Flashmobs ist einfach, dass man glaubt durch 1-2 Aktionen irgendetwas zu verändern, der kleine Mann von der Straße habe nun eine Möglichkeit einzugreifen, seinen Protest medienwirksam in Szene zu setzen. Dass die grundsätzliche Ohnmacht aber nicht angetastet wird bzw. als solche gerade ihre Bestätigung erfährt, das interessiert schon niemanden mehr. Die grundsätzliche Ohnmacht, die es eigentlich bedingt, dass man in seinem Tagesplan nur Flashmob-Termine eintragen müsste, die wird nicht angetastet. Es werden “Ausnahmen” angegriffen, z.B. Schlecker. Dass es daneben einen Lidl gibt, der aus gleichen Gründen auf sich aufmerksam macht, das ist vielleicht ein Grund, auch dort einen Flashmob zu machen, aber spätestens beim dm hört es auf, man weiß schließlich um Götz Werners Unternehmenskonzept. Aber daran, dass dieses “Spiel” auf Ungleichheiten aufbaut, ein Nullsummenspiel ist, dass es einen Schlecker braucht, damit Götz Werner als deren gerechte Kehrseite herausgearbeitet werden kann, das wird nicht angeprangert. Wie denn auch? Dann würde sich das Objekt der Kritik verflüchtigen und man stünde in der Weite der Leere. Da ist auch kein Flashmob mehr möglich. Daher ist ein (politischer) Flashmob von vornherein Selbstbetrug und nicht viel mehr als Streicheleinheiten für das eigene Gewissen.

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