Trittbrettfahren für den guten Zweck
Eines meiner aktuellen Lieblingsprojekte nennt sich colalife. Zwei Gründe machen colalife in meinen Augen so besonders. Erstens ist die Idee simpel, was nicht abwertend gemeint sein soll. Simpel bedeutet eindeutig, klar und einfach zu verstehen und darum geht es bei Innovation. Zweitens zeigt colalife, dass Innvoation keine Räder neu erfinden muss. Im Gegenteil zeigt sich erfolgreiche Innovation häufig dort, wo bestehende Systeme neu arrangiert werden und damit neuen Nutzen schaffen.
Bereits 1988 hat Simon Berry die Idee gehabt, den weltweit hohen Verbreitungsgrad von Coca Cola für einen guten Zweck zu nutzen. In weniger entwickelten Ländern starb damals jedes fünfte Kind vor seinem fünften Geburtstag, häufig wegen mangelnder Ernährung oder unzureichendem Angebot an grundlegenden Medikamenten. Dieses Verhältnis hat sich bis heute kaum maßgeblich verändert und es hat noch einmal zwanzig Jahre gedauert, bis Simon Berry’s Idee Gestalt annahm.
Die Idee: Den verbleibenden Raum in einem Coca Cola Getränkekasten für den Transport von Medikamenten zu nutzen und so die entlegendsten Regionen der Erde zu erreichen. Einige erfreuliche Details, wie transparente PET-Verpackung, und weitere für die lokale Bevölkerung reizvolle Bestandteile des Kits zeigen die nutzerfreundliche Herangehensweise von colalife und den Anspruch eine echte soziale Innovation zu werden.
Heute ist colalife kurz davor, das erste Pilotprojekt in Zambia zu starten. Wer mehr wissen möchte kann sich unter www.colalife.org und www.colalife.org/blog informieren und gerne der Facebook-Gruppe beitreten.
Wer ähnlich spannende und “simple” “Trittbrettfahrer”-Projekte kennt, macht mir eine große Freude, sie hier mitzuteilen.
Tags: social innovation

Am 28. Juni 2011 um 11:49 Uhr
[...] für Entwicklungsländer? Die Idee Klingt zunächst nicht besonders toll, ist aber simpel und effektiv: der verbleibende Platz in einem Getränkekasten wird für den Transport von Medikamenten genutzt. [...]
Am 14. September 2011 um 07:00 Uhr
Das ist ja mal eine gute Idee. So kann man die Verbreitung der Cola-Marke sinnvoll nutzen. Die Dosen sind mir wirklich schon an den entlegensten Plätzen dieser Welt (als Müll) begegnet.. Tolle Idee!
Am 19. September 2011 um 11:34 Uhr
Hallo Natti,
freut mich, dass Dir die Idee gefällt. Bin gespannt, wie sich das Projekt in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird. Und hoffentlich kommen immer mehr Ideen in die Welt, die bestehende Systeme nutzen oder umnutzen!
Beste Grüße aus Lissabon,
Sascha