Soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und deren Nachhaltigkeit. Interessante Ideen & Projekte Ein Projekt der SOZIALHELDENAlles, was gerecht ist.
Soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und deren Nachhaltigkeit. Interessante Ideen & Projekte

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Reden ist Silber, Machen ist Gold

Mittwoch, den 21. Oktober 2009

Für die diesjährige Utopia-Konferenz, die am 27. November zum zweiten Mal in Berlin stattfinden wird, werden Tickets verlost. Aber nicht einfach so, sondern nur gegen Einreichung eines coolen selbstgemachten Videos.

Einsendeschluss ist der 6. November

Meine Aufgabe in der Jury, zusammen mit den Herren Backhaus, Gloeckler, Harrach, Kruse und Seidenberg: Die besten zehn Videos auswählen. Also, legt euch ins Zeug! Freu mich schon auf eure Einsendungen. Meinen “Hebel” seht ihr in diesem Video da oben. Ist ein Versuch und Anreiz zugleich für euch.

Das diesjährige Thema der Utopia Konferenz “Roadmap for the next 10 years – die größten Hebel für den Wandel” ist zugleich die Vorgabe für den Inhalt des Videos. Was glaubst du persönlich, was der größte Hebel für eine nachhaltige Entwicklung ist? Was bewegt wirklich etwas?

Utopia zeigt und feiert die zehn interessantesten, ungewöhnlichsten, schönsten und wichtigsten persönlichen Hebel unserer Utopisten im Video auf der diesjährigen Utopia-Konferenz in Berlin. Und die zehn Gewinner des Video-Wettbewerbes werden stellvertretend für die gesamte Utopia Community nach Berlin eingeladen.

Also, do something!

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Hartz IV-Experiment Fazit: Überleben? ja. Leben? Nein!

Samstag, den 19. September 2009

So, nun ist der Monat unseres Hartz IV-Experimentes um. Eine interessante Erfahrung. Aber wir haben auch gelernt, dass ein Monat nicht ausreicht um das Gefühl eines “echten” Hartz IV-Lebens nachzuempfinden.

Das Projekt hatte von Anfang an nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil. Im Laufe des Projektes ist uns klar geworden, dass es vermessen ist so zu tun als ob. Wir leben in der billigsten Stadt Deutschlands. Wir haben keine Kinder und sind mit vorhandenen Küchengeräten, Waschmitteln, funktionierenden Brillen und guter gesundheitlicher Verfassung sehr gut ausgestattet. Größere Anschaffungen wurden einfach für einen Monat ausgesetzt. Wir waren nicht auf dem “Amt” um dort um Unterstützung zu bitten. Wir hatten keinen Bewerbungsmarathon (Bewerbungen muss man fast komplett selber zahlen) und mussten gegenüber der Arbeitsagentur auch keine Nachweise erbringen. Da wir viel bei Freunden gegessen haben, ist es auch nicht möglich dauernd auf Kosten anderer Leute zu leben. Das machen die Freunde nicht mit.
Deswegen geben wir zu, dass das Experiment unrealistisch war. Wahrscheinlich müsste man das Projekt ein Jahr lang machen um an das echte Hartz IV-Gefühl heranzukommen.

Wie Sebastian in seinem Kommentar bereits anmerkte, müsste man strenggenommen ja auch noch eine Pauschale für längerfristige bzw. unregelmäßige Güter wie Kleidung, Versicherungen, Bahnkarten, Computer(-zubehör) hinzuziehen. Mit unseren 8,10 € am Tag waren wir auf jeden Fall schon am oberen Ende von dem was man mit Hartz IV am Tag zur Verfügung hat.
Abgesehen davon ist die eigentliche Herausforderung seinen Antrag, in einer tendenziell beschissen Lebenssituation, bei den Ämtern erstmal durchzubringen.

Nichts desto Trotz haben wir noch nie soviel über Hartz IV nachgedacht, wie in den letzten Wochen.
Was haben wir gelernt?

  • Wir sind schockiert, wie viel sich in unserem Alltag plötzlich um Geld dreht, wenn man bewusster damit umgeht. Wir hätten nicht erwartet, dass es eine so zentrale Rolle in unserem Leben spielt. Das Teure sind die Kleinigkeiten im Leben (Schokolade, Zwischendurch-Snacks).
  • Das vorrausschauende und bewusste Planen des Essens und Einkaufens verlangte uns eine große Umstellung ab. Bio waren unsere Einkäufe wirklich selten. Für den Anfang tut es gut, mal weniger Auswahl im Supermarktregal zu haben. Man muss ja auch nicht alles haben. Das Experiment ist so lange ein Luxus/Sport, bis es zur Not wird. Brot ist kein dauerhafter Nahrungsersatz.
  • Freizeitaktivitäten haben wir so sparsam wie möglich gestaltet. Es geht. Für eine Weile.
  • Initiativen, wie Bücher, Kurse, Seminare, Fortbildungen und Reisen, um aus der Hartz IV-Falle herauszukommen, scheitern fast immer am Geld.
  • Man muss sich schlau machen, wenn man wenig Geld ausgeben will. Das erfordert Wissen, Zeit, Kreativität und Mut.
  • Geld für spätere Zeiten anzusparen, ist nicht drin. Es sei denn, man verkauft wertvolle Dinge, die man vorher schon besaß.
  • Die billigsten Zeitungen am Kiosk sind die BILD, der Berliner Kurier und die B.Z. Eine Taz ist im Budget nicht drin. Da wird einem einiges klarer, oder?

Auch sehr bewegt haben uns die Kommentare die geschrieben wurden und Gespräche, die wir aufgrund des Experimentes geführt haben:
Der echte psychische und finanzielle Leidensdruck sind für echte Hartz IV-Empfänger enorm. Das konnten wir nur bedingt simulieren.

Einer Freundin erzählte, dass die Mitarbeiter beim Arbeitsamt einem nichteinmal die Hand geben wollen, wenn man deren Büro betritt. Zitat der Beamtin: “Sie sehen ja, wer hier so rumläuft. Da gebe ich aus hygienischen Gründen lieber nicht die Hand”. Jemand anderes berichtete uns, dass die Hotline beim Arbeitsamt kostenpflichtig(!) ist und man mit Absicht nie seinen persönlichen Berater ans Telefon bekommt, sondern immer persönlich erscheinen muss.
Einige Studenten sagten uns, dass die Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen und Jobcentern sehr freundlich waren und einen wenig schikanieren. Leute, die jedoch eine Ausbildung oder gar nur einen Schulabschluss haben, berichteten hingegen dass sie stark unter Druck gesetzt werden. Gibt es da ein System? Wir haben erfahren, dass viele Ämter sehr streng mit Fristen gegenüber dem Antragssteller sind und sofort “Strafmaßnahmen” einleiten, wenn man diese nicht einhält. Die Ämter selber wiederum kommen aber ihren eigenen Pflichten nicht immer rechtzeitig nach. Wegen Personalmangel.

Erschrocken hat uns, dass wirklich viele Leute glauben, dass 8,10 € am Tag viel Geld ist und man damit locker über die Runden kommt. Argumente wie “Als Student hatte ich auch nicht mehr.” oder “Naja, notfalls geht man halt schwarz arbeiten.” haben wir oft gehört.

All diesen Leuten sagen wir: Das ist eine Milchmädchen-Rechnung. Versucht wirklich mal konsequent von diesem Tagessatz zu leben. Langfristig isoliert man sich von seinen Freunden, die gerne mal mit einem ins Kino, Theater oder auf eine Party gehen wollen. Aber auch von der Gesellschaft, die jedem von uns einen gewissen Gruppendruck aufzwingen. Von 8,10 € kann man überleben, aber nicht leben!

Hier unsere Bilanz. Wir hatten 194,44 € für 24 Tage bzw. 8,10 € am Tag zur Verfügung:
hartz4

Raul:
Ausgaben gesamt (24 Tage): 145,95 €
Ausgaben pro Tag: 6,08 €

Lisa:
Ausgaben gesamt (24 Tage): 192,45 €
Ausgaben pro Tag: 8,02 €

Fazit: Es fällt auf, dass bei uns beiden der größte Teil der Ausgaben auf “Essen und Trinken außer Haus” zurückzuführen ist. Das ist ebenfalls unrealistisch und sicher nicht dauerhaft möglich.

Daran lassen sich zwei Tatsachen ablesen:

  1. Wie schwer uns die Umstellung bei der Einkaufs- und Essensplanung fiel.
  2. Wie wichtig uns Abend-Aktivitäten mit Freunden sind, die man über einen längeren Hartz IV-Zeitraum sicher nicht aufrecht erhalten kann.

Weiteführende Links zum Thema:
Buchtipps:

  • Viel Berlin für wenig Geld – Tausend aktuelle Low-Budget-Adressen
  • Berlin für Arme: Ein Stadtführer für Lebenskünstler

Verwandter Artikel:

  • Würdevoll leben ohne Geld

Kategorie Gesundheit und Ernährung, Hartz IV-Experiment, Shopping/Konsum, Soziales, in eigener Sache | 13 Kommentare »

Neues vom Hartz IV-Experiment

Montag, den 7. September 2009

hartz

Wir haben uns inzwischen an das Tagesbudget von 8,10 € gewöhnt und es sogar bisher geschafft Luxusbeschäftigungen wie Yoga und Singen von dem Geld zu bezahlen. Allerdings erlaubt das Budget nicht über den Moment hinaus zu denken. Eine Mediations-Ausbildung, könnte Lisa nicht zahlen, die Reise nach Israel, die bei ihr nach Projektende ansteht, wäre nicht drin, die Überlegungen, für ein neues Fahrrad zu sparen, könnte sie bleiben lassen. Und das sind nur Peanuts im Vergleich zu kaputt gegangenen Brillen, Praxisgebühren oder anderen grundlegenderen Bedürfnissen. Reisen, Fortbildungen und größere Anschaffungen sind mit wenig Geld eben nicht verwirklichbarer Luxus. Für Lisa sind sie sonst gut geplanter und lang angesparter Luxus. Das ist ein großer Unterschied.

Unser Bericht über die zweite Hartz IV-Woche: (weiterlesen…)

Kategorie Gesundheit und Ernährung, Hartz IV-Experiment, Shopping/Konsum, Soziales, in eigener Sache | 11 Kommentare »

Es wird weiter geHARTZelt

Dienstag, den 1. September 2009

Das Experiment regt zum Nachdenken an. Wir freuen uns über die vielen Rückmeldungen und auch kritischen Kommentare, die wir hier erhalten. Noch nie haben wir so viel über Hartz IV nachgedacht wie jetzt. Allein das bringt schon was. Wir müssen aber auch sagen, dass wir sehr viel gerade von unseren Vorräten leben und das nicht schlecht. Da sieht man mal wie gut man zu Hause vorgesorgt hat und wie lange man davon eigentlich leben kann und wie privilegiert das eben auch schon ist. Insgesamt tut es uns super gut, einfach nicht die Wahl zu haben zu konsumieren.

Uns wird immer klarer, dass das Experiment nicht ausreicht um das wirkliche Problem, von einem Hartz IV-Satz zu leben, zu begreifen. Für uns ist der Verzicht momentan noch Luxus. Für viele ist es eine Not.
Für uns ist es zeitlich begrenzt und größere Anschaffungen zeitlich verschiebbar, für Millionen von Menschen Dauerzustand:

Hier unser Hartz IV Tagebuch der vergangenen Woche:

Tag 2 – Dienstag
Raul:

Habe gestern kein Geld ausgegeben. Versuche es heute wieder.
(weiterlesen…)

Tags: Hartz IV
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Hartz IV: 194,44 € für 24 Tage = 8,10 € pro Tag

Montag, den 24. August 2009

FotoRaul und ich starten heute einen Selbstversuch. 24 Tage auf Hartz 4 (ALG II). Bei einem Regelsatz von 359 Euro (ab 1.7. gab es eine Erhöhung von 351 auf 359) und bei Weiterführung unseres jetzigen Lebensstandards was Strom (20 Euro), Telefon und Internet (30 Euro) und BVG-Ticket (Sozialticket für 33,50) angeht, bleiben uns noch 194,44 für 24 Tage. (Das sind 277,94 (Regelsatz auf 24 Tage runtergerechnet) – 30 Euro – 20 Euro -33,50 Euro). Dass unsere Mieten so übernommen würden, wie sie sind, setzen wir einfach mal voraus.
Das bedeutet 8,10 pro Tag. Wir wollen damit nicht mit erhobenem Zeigefinger auf Missstände deuten, oder eine politische Botschaft senden. Es geht uns hauptsächlich um die eigenen Erfahrungen.

Tag 1
Raul:

Das Experiment beginnt. Will heuteabend Cocktailtrinken gehen. Darf also vorher nix ausgeben.
Schmiere mir ein Brot für die Mittagspause. Meine Kollegen lachen mich aus.
Meine Mitbewohnerin Andrea sagt: “Lange hälst du das Brot schmieren jeden Tag nicht durch.” Sie weiss, wovon sie spricht.
Habe auf dem Weg zur Arbeit 10 Cent verloren. Ärgerlich.
Es ist 12. Ich sitze im Büro und habe Hunger. Esse ich jetzt meine Stulle? Habe mir wohl zu wenig mitgenommen.
16 Uhr: Ich würde mir gernen einen Zitronentee kaufen. Trinke Leitungswasser.

Cocktailtime: Trinke einen Baileys. Zum Glück wurde ich eingeladen.
Bilanz heute: 0 € ausgegeben.

Lisa:

194,44 € für 24 Tage.
Der erste Tag auf Hartz 4-Satz. Wache auf mit dem Gedanken, mir zum Frühstück irgendwo ‘nen Kaffee zu holen, aber trinke dann doch lieber den schwarzen Tee, den ich noch zu Hause habe. Schmeckt gut. Habe zum Glück letzte Woche kurz nach meinem Urlaub noch mal meinen Kühlschrank vollgekauft. Das wird noch n paar Tage für Frühstück reichen. Heute Abend gehe ich mit meiner Mama essen, da zahlt meistens sie. Wie es aussieht wird das ein günstiger erster Projekttag.

Wir berichten einmal die Woche.

Tags: Hartz IV
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Nicht überall, wo “Öko” draufsteht, ist auch Öko drin.

Dienstag, den 28. Juli 2009

Wie “Bio” sind eigentlich Marken wie H&M, Henkel und Schwarzkopf?
Ein NDR-Beitrag deckt auf:

via Konsumpf.de

Kategorie Gesundheit und Ernährung, Shopping/Konsum, Umwelt | 0 Kommentare »

Jenseits des Green-Glamour – und was machen wir jetzt?

Donnerstag, den 25. Juni 2009

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Foto: Vortrag Hans Reitz, “Die Krise – mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation”

Vorab: Ich habe wirklich überlegt, was der Grund meiner nunmehr dritten Teilnahme an der Karmakonsum-Konferenz und des darauf folgenden Greencamps ist: Diesmal hatte ich zwar keinen Vortrag oder Workshop in der Tasche, freute mich aber ein paar Leute aus den letzten Jahren wiederzusehen. Ich fuhr hin und ließ mich zwei Tage lang “berieseln”. Wie es mir erging, das diskutierte ich mit co-Autorin und -Besucherin Julia und schrieb es auf. (weiterlesen…)

Kategorie Digital Lifestyle, Pfandtastisch helfen!, Shopping/Konsum, Soziales, in eigener Sache | 8 Kommentare »

abgespeist – Abstimmen für die dreisteste Werbelüge

Freitag, den 20. Februar 2009

Die Organisation foodwatch verleiht erstmalig den “goldenen Windbeutel” für die dreistesten Werbelügen auf Lebensmitteln. Du kannst ab sofort und bis zum 19. März hier online abstimmen, welches Produkt diesen Preis mehr als verdient hat. Als Mitglied der Jury habe ich gemeinsam mit vier weiteren Mitgliedern (darunter u.a. Sarah Wiener) eine Vorauswahl getroffen, von denen nun fünf nominierte Produkte für euch zur Abstimmung stehen. Also, macht mit, stimmt ab, sagt es euren FreundInnen und KollegInnen. (weiterlesen…)

Kategorie Gesundheit und Ernährung, Kampagnen, Shopping/Konsum, alle machen mit | 1 Kommentar »

Revolutionäre Werbeschnipsel – eine Ausstellung

Donnerstag, den 12. Februar 2009

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In der Galerie Olga Bernario in Berlin-Neukölln läuft noch bis zum 2. April eine Ausstellung, in der eine Sammlung “revolutionärer Werbeanzeigen” zu sehen ist. (weiterlesen…)

Kategorie Design und Kunst, Kampagnen, Shopping/Konsum, hingehen! | 0 Kommentare »

Sozialer Reichtum – Trendtag 2009

Samstag, den 7. Februar 2009

trendtag
Am 14. Mai 2009 lädt das Trendbüro Hamburg, eine Beratungsgesellschaft, die sich “mit der Beobachtung von Trends und der Interpretation des gesellschaftlichen Wandels befasst”, zum 14. Trendtag ein. Das Thema in diesem Jahr ist: “Sozialer Reichtum – wer teilt, gewinnt“. Diese Info schwappte kürzlich in mein Email-Postfach über deren Newsletter-Funktion. “Nach der Versöhnung von Ökonomie und Ökologie am Ende des 20. Jahrhunderts geht es jetzt um die Versöhnung von Profitmotiv und sozialer Verantwortung.”

Sprecher der Konferenz ist u.a. der Medien- und Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz. In  einem Interview zum Thema der Veranstaltung fasste Bolz seine Beobachtungen wie folgt zusammen: (weiterlesen…)

Tags: trends
Kategorie Digital Lifestyle, Shopping/Konsum, Soziales, Wirtschaft und Finanzen | 3 Kommentare »

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