Soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und deren Nachhaltigkeit. Interessante Ideen & Projekte Ein Projekt der SOZIALHELDENAlles, was gerecht ist.
Soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und deren Nachhaltigkeit. Interessante Ideen & Projekte

Archiv der Kategorie ‘Soziales‘

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“…das Baufeld Möckernkiez in bürgerschaftlicher Eigenregie zu bebauen und das soziale Leben im Kiez zu fördern.”

Montag, den 18. Januar 2010

Das ist das Ziel der Initiative Möckernkiez!

Zwischen Kreuzberg, Schöneberg und Tiergarten liegt das Gleisdreieck Gelände, ein ca. 3 ha großes Areal, auf dem in den nächsten Jahren bis zu 15 Gebäude mit Wohnungen und Gewerbeflächen erichtet werden sollen.

Um dem “Luxus-Quartier-Trend” (siehe Viktoria-Quartier in Kreuzberg) entgegenzutreten wurde 2007 die Initiative Möckernkiez gegründet.

Gemeinsam mit den Initiativen Die Wohngenossen und Autofrei Wohnen Berlin eG wird in zivilgesellschaftlicher Eigenregie der Bau eines modernen Stadtquartiers am Rand des neu entstehenden Gleisdreieck-Parks in Kreuzberg geplant.

Für den Bau haben sich die Initiatoren ehrgeizige Ziele gesetzt. Gemeinsam soll der Möckernkiez zu einem sozial und ökologisch gerechtem Wohnort für alle Bevölkerungsschichten gestaltet werden. (weiterlesen…)

Tags: barrierefrei, Klimaschutz, Nachhaltigkeit
Kategorie Organisationen, Soziales, Umwelt, alle machen mit | 1 Kommentar »

Österreich sucht den Superpraktikanten

Sonntag, den 13. Dezember 2009

In Österreich wird in einer äußerst fragwürdigen Show “Der Superpraktikant” gesucht. Österreichs Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) meint, das begehrteste Praktikum des Landes anzubieten. Unter den mehr als 300 Bewerberinnen und Bewerbern, die “in die faszinierende Welt der Politik eintauchen” und eine Woche an der Seite von Josef Pröll verbringen wollen, ist der Rollstuhlfahrer Martin Habacher. Mit seinem Slogan “Politik Rad an Rad”, bewirbt er sich für den Job für den auch schon einige Freunde aus Berlin gestimmt haben. (weiterlesen…)

Tags: harbacher, martin, rollstuhl
Kategorie Interview, Kampagnen, Politik, Soziales, Wettbewerbe, lustig | 0 Kommentare »

Konflikte konstruktiv lösen

Donnerstag, den 3. Dezember 2009

Tja, wie formuliere ich das jetzt, ohne zu starke Eigenwerbung zu machen? Hmm…Also, ich bin jetzt Konfliktmediatorin und suche gerade nach Menschen, die in einem Konflikt stecken, aus dem sie gerne herausfinden möchten. Ich kann dabei vermitteln und diesen Prozess begleiten. Ich denke, das passt auf diesen Blog, weil ich versuchen werde so gerecht wie möglich, allen Konfliktbeteiligten den Raum zu geben, den sie benötigen. Gäbe es mehr Mediatoren und wären die Grundgedanken und -haltungen der Mediation Teil der Schulbildung zum Beispiel, ginge es bestimmt ein Stückchen gerechter zu auf dieser Welt.
So, nun habe ich erklärt, warum ich glaube, dass das Thema zu dem Blog passt. Und hier mein offizieller Text:

Ich begreife Konflikte als Chance. (weiterlesen…)

Tags: Konflikt, Konfliktlösung, Konfliktvermittlung, Mediation, Mediatorin
Kategorie Soziales, in eigener Sache | 0 Kommentare »

Unternehmen ohne Chef – Berliner Startup WhyNot geht der Soziokratie auf den Grund

Montag, den 30. November 2009

Was kommt nach der Demokratie?
Wie lassen sich 33 Mitarbeiter ohne Chef organisieren?
Wie kann ein Unternehmen trotzdem zügig Entscheidungen treffen?

Was in den Niederlanden schon erfolgreich umgesetzt wird, hat nun auch in Berlin Pioniere: Die Innovationsagentur WhyNot, ein Zusammenschluss aus 33 Absolventen der “School of Design Thinking” am HPI Potsdam hat sich einen Experten ins Haus geholt, um zu lernen, sich soziokratisch zu organisieren:

Christian Rüther, Coach und Organisationsberater vom soziokratischen Zentrum für den DACH-Raum wird das junge Unternehmen am 5. und 6.11. für diese ungewöhnliche Organisationsform trainieren.

Soziokratie heißt für Ihn “eine Organisation zu gestalten, in der die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden und jeder seine Potentiale optimal entfalten kann.” Soziokratie beruht dabei auf dem Konsentprinzip, also dem des “triftigen Arguments” bei der Entscheidungsfindung und erlaubt es, ohne feste Hierarchien auszukommen.

Wenn Euch das Thema Soziokratie und WhyNot interessiert, dann schreibt uns. Ihr seid herzlich eingeladen, darüber zu berichten. Gerne stellen wir auch passendes Material zum Thema Soziokratie, zum Wochenendworkshop oder Interviewpartner zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Thema Soziokratie und Herrn Rüther findet ihr hier:
http://soziokratie.org/

Tags: Demokratie, soziokratie
Kategorie Interview, Politik, Soziales, Wirtschaft und Finanzen, hingehen! | 2 Kommentare »

Kuscheln mit Angela – die Jahreskonferenz des Nachhaltigkeitsrats 2009

Montag, den 23. November 2009

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Heute berichte ich von meiner nunmehr vierten Teilnahme an der Jahreskonferenz des Nachhaltigkeitsrats der Bundesregierung. Mittlerweile ist es über die Jahre ein großes Klassentreffen mit über 1.000 TeilnehmerInnen geworden. Zum Beginn der sogenannten “parallelen Themenforen” bin ich da und steige hier direkt ein, ins “Forum 1″. Das Thema: “Nachhaltigkeit und Bildung: Impulse für gleiche Chancen, Kompetenzen und Qualität“.

Eine Gesellschaft, die sich erfolgreich den großen Themen der Zeit stellt, braucht ein Mehr an Bildung. Wie können Chancen von Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft bei Eintritt in das Schulsystem und im weiteren Bildungsverlauf erfolgreich gefördert werden? Wie sieht die Bildung der Zukunft aus?

Es diskutieren Prof. Dr. Ute Klammer, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Prorektorin für Diversity Management, Universität Duisburg-Essen, sowie Elke Lüdemann vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung
.

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Kategorie Politik, Soziales, Umwelt, Wettbewerbe | 2 Kommentare »

Letzter Aufruf: Die SOZIALHELDEN brauchen deine Stimme!

Samstag, den 14. November 2009

Hallo Freunde,

wir, die SOZIALHELDEN, brauchen Hilfe! Auf der Website von Geben gibt., dem Bündnis für Engagement, wird der Deutsche Engagementpreis vergeben. Bis heute!

=> Bitte stimmt hier für uns ab! <=

Dem Gewinner des Publikumspreises winkt ein Preisgeld, mit welchem wir unser Wheelmap.org-Projekt weiterentwickeln möchten.

Was sind die SOZIALHELDEN?
Wir SOZIALHELDEN sind ein loses Netzwerk engagierter Menschen, die auf innovative Art und Weise versuchen, soziale Probleme zu lösen. Wir veranstalten mit “Deutschland sucht den SuperZivi” ZiviCastings, ermöglichen mit “Pfandtastisch helfen!” das Spenden von Pfandbons im Supermarkt. Mehr über uns erfahrt ihr hier:
http://www.sozialhelden.de

Wheelmap.org
ist unser neuestes Projekt. Es soll Deutschlands größte Karte für “rollstuhlgerechte Orte” sein. Jeder User soll auf Wheelmap barrierefreie Orte markieren bzw. nicht-barrierefreie Orte melden können. So entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene, die mit geballter Macht die Locationbesitzer zum Umdenken bewegt.
Gerade in einer alternden Gesellschaft, wie Deutschland, wird es zukünftig immer mehr Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren geben. Aber auch Familien mit Kinderwägen werden von Wheelmap profitieren. Das Preisgeld soll dazu dienen, eine nachhaltige und Nutzerfreundliche Plattform aufzubauen und zu betreiben. Wir sind auf jede Hilfe angewiesen. Den aktuellen Stand der Entwicklung kann man auf der Website Wheelmap.org verfolgen

Mehr zum Deutschen Engagementpreis:
Mehr als ein Drittel der Deutschen engagiert sich für die Gesellschaft – die breite Öffentlichkeit nimmt eher selten davon Notiz. Mit dem Deutschen Engagementpreis möchten die Initiatoren der Kampagne Geben gibt. und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) engagierten Personen und beeindruckenden Projekten ein Gesicht geben und die Anerkennungskultur für alle Formen des Engagements in Deutschland nachhaltig ausbauen. Weitere Informationen hier:
http://www.geben-gibt.de/preisengagement.html

Vielen Dank für Eure Stimme.
Gerne stehen wir für weitere Fragen Rede und Antwort.

Kategorie SOZIALHELDEN e.V., Soziales, Wettbewerbe, alle machen mit, in eigener Sache | 0 Kommentare »

Klick, Klick – GUT! – „netzwirken goes BÜRGERwirken“

Montag, den 2. November 2009

BÜRGERwirken Logo

Im letzten Jahr haben wir zusammen mit Helpedia erfolgreich die erste netzwirken-Challenge bestritten. Neben viel Spass, einer einmonatigen Bühne in Form eines „Challenge-Blogs“ für uns und Helpedia, in der wir jeden zweiten Tag einen Beitrag über uns geschrieben haben, hatte es auch konkret in der Kasse geklingelt. Es ging um die prozentuale Verteilung von 5000,- EUR, die durch die Community noch erhöht wurde. Ihr konntet Euch eine fundierte Meinung bilden, indem Ihr Fragen und Kommentare an uns stellen konntet – und so ist ein interaktiver Dialog entstanden. Das Außergewöhnliche an netzwirken: Mit einem kostenlosen Klick für jeweils eins der Projekte (die Stimme konnte auch hin und her gewechselt werden) konntet Ihr Eurer Meinung Gewicht geben und auch ausdrücken, dass sie auch konkret etwas bewirkt. Was bedeutete: Demokratisch wurde das Verhältnis der Stimmen (nach dem das Geld am Ende verteilt wurde) zwischen uns Projekten durch Euch entschieden. Je mehr Stimmen wir erhielten, umso mehr war unser Stück vom gemeinsamen Kuchen.

Jochen & Co. von netzwirken haben ihr Prinzip der „Weisheit der Vielen“ und der Verbindung von „Fundraising und Crowdsourcing“ nun im letzten Jahr weiterentwickelt. Es entstand BÜRGERwirken. Was im Grunde genommen auf dem selben Prinzip der Challenes basiert – nur für ein lokales Umfeld. Vor 2 Wochen ist nun der Startschuss in Schwerte für zwei lokale Projekte gefallen. Diese stellen sich nun der Internetgemeinde, unterstützt von Stadt, lokalen Unternehmen und der Lokalpresse. Auch wenn Schwerte ein wenig weit weg ist, wäre es toll, wenn Ihr die Projekte und BÜRGERwirken Projekt mit Eurer Stimmabgabe unterstützt. BÜRGERwirken wird auch bald per „System“ in Eure und unsere Nähe kommen – und je mehr Stimmen abgegeben werden, umso einfacher wird es für das Team, Budgets von Unternehmen für eine Unterstützung von Projekten zu erhalten. Und es ist selbst für den sozial Schwachen einfach: Klick, Klick – GUT!

www.buergerwirken.de

Kategorie Organisationen, Soziales, Wettbewerbe | 0 Kommentare »

Die SOZIALHELDEN brauchen deine Stimme!

Montag, den 5. Oktober 2009

Hallo Freunde,

wir, die SOZIALHELDEN, brauchen Hilfe! Auf der Website von Geben gibt., dem Bündnis für Engagement, wird der Deutsche Engagementpreis vergeben.

Bitte stimmt unter folgender Adresse für uns ab!
=> http://www.geben-gibt.de/projekt_detail_ansicht.html?&id=10

Dem Gewinner des Publikumspreises winkt ein Preisgeld, mit welchem wir unser Wheelmap.org-Projekt weiterentwickeln möchten.

Was sind die SOZIALHELDEN?
Wir SOZIALHELDEN sind ein loses Netzwerk engagierter Menschen, die auf innovative Art und Weise versuchen, soziale Probleme zu lösen. Wir veranstalten mit “Deutschland sucht den SuperZivi” ZiviCastings, ermöglichen mit “Pfandtastisch helfen!” das Spenden von Pfandbons im Supermarkt. Mehr über uns erfahrt ihr hier:
http://www.sozialhelden.de

Wheelmap.org
ist unser neuestes Projekt. Es soll Deutschlands größte Karte für “rollstuhlgerechte Orte” sein. Jeder User soll auf Wheelmap barrierefreie Orte markieren bzw. nicht-barrierefreie Orte melden können. So entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene, die mit geballter Macht die Locationbesitzer zum Umdenken bewegt.
Gerade in einer alternden Gesellschaft, wie Deutschland, wird es zukünftig immer mehr Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren geben. Aber auch Familien mit Kinderwägen werden von Wheelmap profitieren. Das Preisgeld soll dazu dienen, eine nachhaltige und Nutzerfreundliche Plattform aufzubauen und zu betreiben. Wir sind auf jede Hilfe angewiesen. Den aktuellen Stand der Entwicklung kann man auf der Website Wheelmap.org verfolgen

Mehr zum Deutschen Engagementpreis:
Mehr als ein Drittel der Deutschen engagiert sich für die Gesellschaft – die breite Öffentlichkeit nimmt eher selten davon Notiz. Mit dem Deutschen Engagementpreis möchten die Initiatoren der Kampagne Geben gibt. und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) engagierten Personen und beeindruckenden Projekten ein Gesicht geben und die Anerkennungskultur für alle Formen des Engagements in Deutschland nachhaltig ausbauen. Weitere Informationen hier:
http://www.geben-gibt.de/preisengagement.html

Vielen Dank für Eure Stimme.
Gerne stehen wir für weitere Fragen Rede und Antwort.

Kategorie SOZIALHELDEN e.V., Soziales, Wettbewerbe, alle machen mit, in eigener Sache | 0 Kommentare »

Hartz IV-Experiment Fazit: Überleben? ja. Leben? Nein!

Samstag, den 19. September 2009

So, nun ist der Monat unseres Hartz IV-Experimentes um. Eine interessante Erfahrung. Aber wir haben auch gelernt, dass ein Monat nicht ausreicht um das Gefühl eines “echten” Hartz IV-Lebens nachzuempfinden.

Das Projekt hatte von Anfang an nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil. Im Laufe des Projektes ist uns klar geworden, dass es vermessen ist so zu tun als ob. Wir leben in der billigsten Stadt Deutschlands. Wir haben keine Kinder und sind mit vorhandenen Küchengeräten, Waschmitteln, funktionierenden Brillen und guter gesundheitlicher Verfassung sehr gut ausgestattet. Größere Anschaffungen wurden einfach für einen Monat ausgesetzt. Wir waren nicht auf dem “Amt” um dort um Unterstützung zu bitten. Wir hatten keinen Bewerbungsmarathon (Bewerbungen muss man fast komplett selber zahlen) und mussten gegenüber der Arbeitsagentur auch keine Nachweise erbringen. Da wir viel bei Freunden gegessen haben, ist es auch nicht möglich dauernd auf Kosten anderer Leute zu leben. Das machen die Freunde nicht mit.
Deswegen geben wir zu, dass das Experiment unrealistisch war. Wahrscheinlich müsste man das Projekt ein Jahr lang machen um an das echte Hartz IV-Gefühl heranzukommen.

Wie Sebastian in seinem Kommentar bereits anmerkte, müsste man strenggenommen ja auch noch eine Pauschale für längerfristige bzw. unregelmäßige Güter wie Kleidung, Versicherungen, Bahnkarten, Computer(-zubehör) hinzuziehen. Mit unseren 8,10 € am Tag waren wir auf jeden Fall schon am oberen Ende von dem was man mit Hartz IV am Tag zur Verfügung hat.
Abgesehen davon ist die eigentliche Herausforderung seinen Antrag, in einer tendenziell beschissen Lebenssituation, bei den Ämtern erstmal durchzubringen.

Nichts desto Trotz haben wir noch nie soviel über Hartz IV nachgedacht, wie in den letzten Wochen.
Was haben wir gelernt?

  • Wir sind schockiert, wie viel sich in unserem Alltag plötzlich um Geld dreht, wenn man bewusster damit umgeht. Wir hätten nicht erwartet, dass es eine so zentrale Rolle in unserem Leben spielt. Das Teure sind die Kleinigkeiten im Leben (Schokolade, Zwischendurch-Snacks).
  • Das vorrausschauende und bewusste Planen des Essens und Einkaufens verlangte uns eine große Umstellung ab. Bio waren unsere Einkäufe wirklich selten. Für den Anfang tut es gut, mal weniger Auswahl im Supermarktregal zu haben. Man muss ja auch nicht alles haben. Das Experiment ist so lange ein Luxus/Sport, bis es zur Not wird. Brot ist kein dauerhafter Nahrungsersatz.
  • Freizeitaktivitäten haben wir so sparsam wie möglich gestaltet. Es geht. Für eine Weile.
  • Initiativen, wie Bücher, Kurse, Seminare, Fortbildungen und Reisen, um aus der Hartz IV-Falle herauszukommen, scheitern fast immer am Geld.
  • Man muss sich schlau machen, wenn man wenig Geld ausgeben will. Das erfordert Wissen, Zeit, Kreativität und Mut.
  • Geld für spätere Zeiten anzusparen, ist nicht drin. Es sei denn, man verkauft wertvolle Dinge, die man vorher schon besaß.
  • Die billigsten Zeitungen am Kiosk sind die BILD, der Berliner Kurier und die B.Z. Eine Taz ist im Budget nicht drin. Da wird einem einiges klarer, oder?

Auch sehr bewegt haben uns die Kommentare die geschrieben wurden und Gespräche, die wir aufgrund des Experimentes geführt haben:
Der echte psychische und finanzielle Leidensdruck sind für echte Hartz IV-Empfänger enorm. Das konnten wir nur bedingt simulieren.

Einer Freundin erzählte, dass die Mitarbeiter beim Arbeitsamt einem nichteinmal die Hand geben wollen, wenn man deren Büro betritt. Zitat der Beamtin: “Sie sehen ja, wer hier so rumläuft. Da gebe ich aus hygienischen Gründen lieber nicht die Hand”. Jemand anderes berichtete uns, dass die Hotline beim Arbeitsamt kostenpflichtig(!) ist und man mit Absicht nie seinen persönlichen Berater ans Telefon bekommt, sondern immer persönlich erscheinen muss.
Einige Studenten sagten uns, dass die Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen und Jobcentern sehr freundlich waren und einen wenig schikanieren. Leute, die jedoch eine Ausbildung oder gar nur einen Schulabschluss haben, berichteten hingegen dass sie stark unter Druck gesetzt werden. Gibt es da ein System? Wir haben erfahren, dass viele Ämter sehr streng mit Fristen gegenüber dem Antragssteller sind und sofort “Strafmaßnahmen” einleiten, wenn man diese nicht einhält. Die Ämter selber wiederum kommen aber ihren eigenen Pflichten nicht immer rechtzeitig nach. Wegen Personalmangel.

Erschrocken hat uns, dass wirklich viele Leute glauben, dass 8,10 € am Tag viel Geld ist und man damit locker über die Runden kommt. Argumente wie “Als Student hatte ich auch nicht mehr.” oder “Naja, notfalls geht man halt schwarz arbeiten.” haben wir oft gehört.

All diesen Leuten sagen wir: Das ist eine Milchmädchen-Rechnung. Versucht wirklich mal konsequent von diesem Tagessatz zu leben. Langfristig isoliert man sich von seinen Freunden, die gerne mal mit einem ins Kino, Theater oder auf eine Party gehen wollen. Aber auch von der Gesellschaft, die jedem von uns einen gewissen Gruppendruck aufzwingen. Von 8,10 € kann man überleben, aber nicht leben!

Hier unsere Bilanz. Wir hatten 194,44 € für 24 Tage bzw. 8,10 € am Tag zur Verfügung:
hartz4

Raul:
Ausgaben gesamt (24 Tage): 145,95 €
Ausgaben pro Tag: 6,08 €

Lisa:
Ausgaben gesamt (24 Tage): 192,45 €
Ausgaben pro Tag: 8,02 €

Fazit: Es fällt auf, dass bei uns beiden der größte Teil der Ausgaben auf “Essen und Trinken außer Haus” zurückzuführen ist. Das ist ebenfalls unrealistisch und sicher nicht dauerhaft möglich.

Daran lassen sich zwei Tatsachen ablesen:

  1. Wie schwer uns die Umstellung bei der Einkaufs- und Essensplanung fiel.
  2. Wie wichtig uns Abend-Aktivitäten mit Freunden sind, die man über einen längeren Hartz IV-Zeitraum sicher nicht aufrecht erhalten kann.

Weiteführende Links zum Thema:
Buchtipps:

  • Viel Berlin für wenig Geld – Tausend aktuelle Low-Budget-Adressen
  • Berlin für Arme: Ein Stadtführer für Lebenskünstler

Verwandter Artikel:

  • Würdevoll leben ohne Geld

Kategorie Gesundheit und Ernährung, Hartz IV-Experiment, Shopping/Konsum, Soziales, in eigener Sache | 13 Kommentare »

Neues vom Hartz IV-Experiment

Montag, den 7. September 2009

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Wir haben uns inzwischen an das Tagesbudget von 8,10 € gewöhnt und es sogar bisher geschafft Luxusbeschäftigungen wie Yoga und Singen von dem Geld zu bezahlen. Allerdings erlaubt das Budget nicht über den Moment hinaus zu denken. Eine Mediations-Ausbildung, könnte Lisa nicht zahlen, die Reise nach Israel, die bei ihr nach Projektende ansteht, wäre nicht drin, die Überlegungen, für ein neues Fahrrad zu sparen, könnte sie bleiben lassen. Und das sind nur Peanuts im Vergleich zu kaputt gegangenen Brillen, Praxisgebühren oder anderen grundlegenderen Bedürfnissen. Reisen, Fortbildungen und größere Anschaffungen sind mit wenig Geld eben nicht verwirklichbarer Luxus. Für Lisa sind sie sonst gut geplanter und lang angesparter Luxus. Das ist ein großer Unterschied.

Unser Bericht über die zweite Hartz IV-Woche: (weiterlesen…)

Kategorie Gesundheit und Ernährung, Hartz IV-Experiment, Shopping/Konsum, Soziales, in eigener Sache | 11 Kommentare »

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